Akl-dithmarschen

13.04.2012

Letzter Kämpfer der AKL-Dithmarschen politisch am Ende

von admin in Allgemein

Der letzte Verfechter der AKL-Dithmarschen ist jetzt politisch gestrandet. In seinem neuen politischen Umfeld den Piraten wollte kaum einer noch sein altsozialistisches Gesülze ertragen. Nachdem auch seine “sozialen” Projekte gescheitert sind, will er jetzt zurüch nach NRW. Wir wünschen eine gute Heimfahrt. AS


05.08.2011

Übergriffe in Jobcentern Krieg auf dem Arbeitsamt

von admin in Allgemein

Süddeutsche Zeitung 04.08.2011, 12:36
Von Marc Widmann

Körperverletzung und Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Morddrohungen: Die Wut auf die Harz-IV-Gesetzgebung entlädt sich zunehmend in den Jobcentern. Leidtragende sind die Sachbearbeiter. Der Alltag auf einem Amt in Frankfurt.
Zwei Fälle nur aus der jüngsten Zeit: Am Montag stürmt ein 41-jähriger Arbeitsloser in das Jobcenter Berlin-Marzahn, er hat eine Flasche mit brennbarer Flüssigkeit dabei und macht sich im Büro eines Sachbearbeiters daran, den Teppich in Brand zu setzen. Gerade noch rechtzeitig greifen Mitarbeiter zum Feuerlöscher und ersticken die Flammen.
Polizei schuetzt Arbeitsamt vor Hartz IV-Gegnern Bild vergrößern
Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes schützen Beschäftigte der Arbeitsagentur in Dresden während einer Demonstration. Doch nicht immer kann die Sicherheit der Sacharbeiter gewährleistet werden.
Vor gut zwei Monaten weigert sich in Frankfurt eine 39-jährige Obdachlose, das Jobcenter in der Mainzer Landstraße zu verlassen. Der Sicherheitsdienst ruft die Polizei, und als zwei Beamte ihren Ausweis verlangen, zieht Christy S. ein Messer, sticht auf einen Polizisten ein. Dessen Kollegin schießt der Frau in den Bauch, kurz darauf stirbt sie. Es ging um zehn Euro.
Tragische Einzelfälle sind das auf den ersten Blick, an Orten, wo verzweifelte Menschen auf bürokratische Vorschriften treffen. Schon immer gab es Gewalt in Jobcentern, 2007 stach in Kaiserslautern ein Mann auf eine schwangere Sachbearbeiterin ein, im selben Jahr hielt eine Frau in Aachen zwei Mitarbeiter als Geiseln. Aber sind derlei Aggressionen wirklich Ausnahmen? Ein Besuch in Frankfurt zeigt ein anderes, düsteres Bild.
Die Verwaltung der Armut liegt am Stadtrand in seinem gesichtslosen Bau, Besucher müssen sich am Empfang melden. Der Ton ist kühl, ein junger Mann lässt seine Kopfhörer in den Ohren, während er nach einem Formular fragt. Oben, mit Blick in die Ferne, sitzt Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Chefin der vier Jobcenter in Frankfurt mit 69.000 “Kunden”, wie die Bedürftigen hier genannt werden, das sind zwölf Prozent aller Einwohner. Sie ist eine energische Frau, seit Jahrzehnten arbeitet die Sozialarbeiterin am Rand der Gesellschaft, und sollte sie ihre Tätigkeit je romantisiert haben, ist es lange her. “Früher, als ich im Sozialrathaus gearbeitet habe, verging auch kein Monat ohne eine kaputte Tür”, sagt die 54-Jährige. “Aber damals war es eben nur die Tür.”
Heute macht sich die Chefin große Sorgen um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. “Deutlich aggressiver” seien die Menschen geworden, “und was mich besonders beunruhigt: dass es ohne Vorwarnung auf die Person geht.” Sie hört, wie ihre Mitarbeiter bedroht werden, nach dem Motto: Wir wissen, wo Du wohnst. Sie sieht, wie sich Kollegen gegenseitig Begleitschutz geben auf dem Weg zur Straßenbahn. Sie registriert eine neue Qualität der Beschimpfung, wie sie das nennt.
“Es kann nicht sein, dass meine Mitarbeiterinnen Schlampe, Hure oder sonst wie genannt werden”, sagt sie. Dann lässt sie einige Zahlen heraussuchen, die ihren Eindruck stützen: 36 Hausverbote hat sie dieses Jahr schon ausgesprochen, mehr als eines pro Woche, dazu 13 Strafanträge gestellt wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch oder Morddrohungen.
Diese Zahlen sind stetig gestiegen in den vergangenen Jahren. “Ich glaube nicht, dass das nur Zufall ist”, sagt die Amtschefin. Sie glaubt, dass sich etwas verändert in unserer Gesellschaft. “Die Wut ist größer”, sagt auch Reiner Staudt. Er ist Teamleiter in der Leistungsabteilung, also dort, wo es ums Geld geht. Er erzählt von einem Erlebnis am Tag zuvor: Eine Kundin rastet aus und beschimpft seine Mitarbeiterin als “größte Schlampe, die rumläuft”, nur weil diese einen Mietvertrag verlangt, wie es die Bürokratie vorschreibt. So etwas komme “zwei- bis dreimal die Woche vor”, sagt Staudt. Er hat auch schon einen Mann erlebt, der einst eine Machete aus seinem Mantel zog und damit in den Schreibtisch hackte.
Hass auf Gesetze trifft Mitarbeiter
Früher, sagt der Verwaltungswirt, hatten die Leute Respekt, wenn sie ins Amt gingen. Heute haben viele Wut. Das liege nicht nur an persönlichen Schicksalen, Staudt glaubt, dass es auch an den Gesetzen liegt, am neuen Sozialgesetzbuch II. Früher durften die Ämter noch Beihilfen verteilen für Kleidung oder Brennstoff, zur Not konnten sie auch mal die Weihnachtsbeihilfe vorziehen, wenn es ganz hart kam. Heute sind diese Vergünstigungen fast vollständig gestrichen, dem Amt bleiben wenig Möglichkeiten, zu helfen. Dafür muss es die Leistung kürzen, wenn der Bedürftige nicht spurt und keine Arbeit annehmen will.
“Das schaukelt sich hoch”, sagt Staudt, “bei uns verdichtet sich etwas, was es früher nicht gab.” Er erlebt bisweilen blanken Hass auf die Hartz-Gesetze. “Die Kunden sehen aber nicht das Gesetz vor sich”, sagt er, “sondern den Sachbearbeiter.”
Deutschlandweit fühlen sich 70 Prozent der Mitarbeiter in Jobcentern bedroht oder unsicher, wie eine Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung herausfand. Jeder Vierte gab an, schon einmal Opfer eines Übergriffs geworden zu sein. In Frankfurt bündeln sich besonders viele Problemfälle in der Hanauer Landstraße, dort wo Christy S. ihr Leben verlor. Hier, in dieser Außenstelle, werden Obdachlose und Alkoholabhängige betreut. Nun soll sie geschlossen werden, aus Sicherheitsgründen. Aber die Probleme lassen sich nicht so einfach auflösen, das weiß auch Claudia Czernohorsky-Grüneberg, die Chefin.
Sie schulen ihre Mitarbeiter seit Jahren in Deeskalation, auch in körperlicher Abwehrtechnik. Sie haben einen Hausnotruf installiert. Nun überlegen sie, wie sie die Ämter noch sicherer machen können. Zusammen mit der Polizei gehen sie durch die Gebäude und schauen nach Fluchtwegen. Vielleicht bauen sie bald Videokameras ein. Und Metalldetektoren, wie sie es in Gerichten längst gibt? Nein, sagt Czernohorsky-Grüneberg, das gehe zu weit. “Wir können uns doch nicht selbst zur Festung machen.”
Dann zeigt sie auf den Schrank neben ihrer Bürotür, zwei Glaskugeln stehen darauf. Eigentlich, sagt sie, müsste ich die ja auch wegräumen. Jemand könnte sie als Wurfgeschosse verwenden.


26.06.2011

Neue Antikapitalistische Organisation ? Na endlich !

von admin in Allgemein

http://www.trend.infopartisan.net/trd0311/t550311.html


12.06.2011

Antrag an den Sozial- und Gesundheitsausschuss im Kreis Dithmarschen

von admin in Allgemein

Antrag auf Behandlung im Sozial- und Gesundheitsausschuss

Sanktionsregelung des Jobcenters Dithmarschen

Nach einer Expertenanhörung des Bundesauschusses für Arbeit und Soziales am 06.06.2011, mit der Beteiligung von Wohlfahrtsverbänden und DGB, hatte es eine breite Kritik an den Hartz-Sanktionen gegeben.

Der DGB formulierte in seiner Stellungnahme durchschlagende verfassungsrechtliche Bedenken gegen die aktuelle Sanktionsregelung. Das Grundrecht auf Gewährleistung des menschenwürdigen Existenzminimums sei durch die aktuelle Regelung verletzt.

Darüber hinaus wird in den Kreisen sehr unterschiedlich mit den Sanktionsregelungen umgegangen. In Dithmarschen wird laut Presse (DLZ) besonders konsequent durchgegriffen.

Laut Sozialgerichten, ist mindestens jeder zweite Einspruch, gegen Beschlüsse der Arbeitsagenturen, von Betroffenen fehlerhaft.

Auch wir mussten die Erfahrung mit dem Jobcenter Dithmarschen machen, dass willkürlich ohne jegliche Begründung und Schriftform, die Leistungen gekürzt oder ganz eingestellt wurden. So waren die Betroffenen noch nicht einmal in der Lage, ihren Rechtsanspruch durchzusetzen.

Ehrenamtlich betreuen wir einige Erwerbslose und begleiten diese bei Schwierigkeiten mit dem Jobcenter.

Wir fordern den Sozial- und Gesundheitsausschuss auf, sich mit dieser problematischen Sanktionsregelung zu beschäftigen, da die Betroffenen dadurch in existenzielle Bedrohung kommen (Mietschulden und Lebensunterhalt).

Wir kritisieren, dass durch diese Sanktionen es noch viele andere negative Wirkungen gibt.

Es herrscht Angst und Wut bei den Betroffenen, die durchaus auch zu Gewaltausbrüchen führen können. Da gibt es bundesweit schon einige Problemfälle und die Jobcenter haben sich, auch in Dithmarschen, auf diese eingestellt. Darüber ist der Druck so groß, jeden erdenklichen Job anzunehmen, was den Lohndumping Hof und Tür öffnet. Die Diakonie sieht hier auch die Würde des Menschen als verletzt an. Die Praxis wirke abschreckend und halte leistungsberechtigte Menschen von der Realisierung ihrer Rechte ab.

Dem Kämmerer mag es ja ganz recht sein, der Demokratie ist es abträglich.

Mit freundlichen Grüßen

Horst Bartels


20.01.2011

Was ist los mit den sozialen Bewegungen?

von admin in Allgemein

von Bremer Erwerbslosenverband

Eine Replik auf Martin Bersing und andere

In allen linken Medien wird momentan die Frage diskutiert: „Was ist los mit den Sozialen Bewegungen?“ Eine berechtigte Frage nach einem eher „kalten“, denn „heißen“ Herbst.

Allerdings ist es mit der hauptsächlichen Beschreibung der Schwächen einer antikapitalistischen sozialen Protest- und Widerstandsbewegung nicht getan.. Maßgeblich sind auch die Schlussfolgerungen aus einer Niederlage, die die Beteiligten daraus ziehen und wie sie sich für die nächsten Kämpfe politisch und organisatorisch aufstellen.

Was unseres Erachtens nicht in ausreichendem Maße thematisiert wird, sind historische Ursachen dieser Schwäche, die bereits in den 50iger Jahren in der BRD angelegt waren und sich auch mit dem 68iger Aufschwung der Protestkultur nicht wesentlich verbessert haben.

Eine Ursachenforschung muss sich sowohl auf inhaltliche als auch organisatorische Schwächen einer antikapitalistischen sozialen Bewegung stützen. Diese Gründe einer besonderen Schwäche der bundesdeutschen Bewegung, dabei insbesondere der Erwerbslosen und der prekär Beschäftigten, kann nicht mit einer anderen Protestkultur oder Mentalität im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern z.B. Frankreich, Griechenland oder Portugal erklärt werden.

Insbesondere die dogmatische „Traditionslinke“, aber auch weit darüber hinaus, hatten immer einen durchgängig positiven Bezug zum Staat. Dies wird immer wieder, in der noch aktuell vertretenen Parole von der “Verteidigung des Sozialstaates” gegen die neoliberale Wende deutlich.

In der Auseinandersetzung um die Hartz IV Novelle der Bundesregierung (Neubemessung der Regelleistungen von 359 auf 364 Euro) wurde mit einem erneuten Gang vor das Bundesverfassungsgericht, einem politischen Organ der kapitalistischen Herrschaftssicherung, gedroht.

Eine völlig desorientierende, falsche Hoffnungen weckende Stoßrichtung. Der Staat als Organisator der kapitalistischen Verwertungsbedingungen ist die falscheste Adresse, wenn es um Widerstand geht. Der positive Bezug auf den “Sozialstaat” ist zweischneidig.

Der real existierende “Sozialstaat” ist vor allem ein Mittel der Herrschaftssicherung und der Herstellung optimaler Reproduktionsbedingungen für disziplinierte und billige Arbeitskräfte.
Dieser de facto falsche Staatsbezug ist einer der wesentlichen Gründe für die Schwäche der bundesdeutschen sozialen Bewegungen.

Eine weitere, daraus unmittelbar abgeleitete Schwäche, ist der Rückgriff auf staatliche Mittel zur Sicherstellung von  „Bewegungsstrukturen“.
Harald Thome (Tacheles) beklagte unlängst in seinem Newsletter die Anbindung der Beratungsförderung für Erwerbslose in NRW an bestehende Beschäftigungsträger, die auch “Ein-Euro-Jobs” und andere Maßnahmen im Gepäck haben.

In Bremen existiert diese Art der Förderung schon lange. Seit 2001 wurde die Förderung der Beratungsstellen aus der damaligen Selbsthilfeförderung in Programme der “Arbeitsmarktförderung” übernommen. Mit der Stoßrichtung, die damals vier betroffenen Beratungseinrichtungen stärker in die staatlich finanzierte “Betreuungsindustrie” für Erwerbslose einzubeziehen. Damit war immer klar verbunden, diejenigen Träger aus der Förderung auszuschließen, die sich gelegentlich noch getraut haben, öffentlich gegen die staatlichen Repressionen und Kürzungen im Sozialbereich zu protestieren.

So ist in Bremen einer der geförderten Träger Mitglied im örtlichen Verband der Beschäftigungsträger, dessen Hauptgeschäft in der Organisierung von “Ein-Euro-Job”  Maßnahmen (hier perfiderweise „In-Jobs“ genannt) besteht. Eine zweite sogenannte “unabhängige Beratungseinrichtung” ist seit 2007 selbst schon Bestandteil eines großen Beschäftigungsträgers. In Bremerhaven ist die Erwerbslosenberatung vollständig bei Beschäftigungsträgern angesiedelt.
Mit dieser Förderung kann sich eine Beratungsstelle, ist sie erst einmal mit ihren Mieten und Personal von der „Staatsknete“ abhängig, kaum noch dem süßen Gift der Einflußnahme entziehen. Damit hat sie vielleicht ökonomische überlebt; politisch ist sie dem Untergang geweiht. Als Teil einer sozialen Bewegung kann sie nicht mehr agieren.

Ein Blick in die kurze Entwicklungsgeschichte der Erwerbslosenzentren in der Bundesrepublik bestätigt diese Einschätzung. Was ist übrig geblieben von den selbständig agierenden Beratungszentren der 80iger Jahre? Überwiegend angepasste Einrichtungen unter den Fittichen von Wohlfahrtsverbänden, die sich allenfalls mit Einzelfallberatung und Coaching durchschlagen. Politische Substanz und Handlungsfähigkeit gibt es nur noch selten.

Eine Schlussfolgerung ist der Aufbau und die bundesweite Vernetzung von staatsunabhängigen Erwerbslosenprojekten und Beratungsstellen. Ansätze sind in den Aktivitäten um die “Krach Schlagen” Demo in Oldenburg erkennbar.

Ein weiterer ganz wesentlicher Schwächungsgrund ist das Verhältnis zu den jetzt existierenden Gewerkschaften in Obhut des DGB. Zwar gibt es zahlreiche nette und auch linke GewerkschaftsaktivistInnen, die sich an sozialen Protesten beteiligen und vehement auch in den Gewerkschaftsgliederungen für ordentliche Positionen streiten.
Allerdings sind sie kaum in der Lage relevanten Einfluss auf die tatsächliche Politik des DGB und das politische Desinteresse der allermeisten Gewerkschaftsmitglieder auszuüben.
Das reale Wirken der DGB Gewerkschaften wird von der rechtssozialdemokratischen Mehrheitsströmung dominiert.. Und diese Mehrheitsströmung schreitet seit an seit mit Kapital und Staat, für den Standort Deutschland und dessen optimale Konkurrenzbedingungen auf den Weltmärkten.

Mit der Öffnung von Tarifverträgen, der offensiven Förderung von Flexibilisierungsmaßnahmen in den Betrieben, der Absegnung von Billigzeitarbeitstarifen, der Beteiligung an staatlichen Kürzungen (Mitarbeit in der Hartz Kommission, Durchwinken der Rente mit 67 im Jahre 2007  oder dem neuerlichen gemeinsamen Vorstoß mit dem Bundesverband der Arbeitgeberverbände zur Einschränkung des Streikrechts) sind Gewerkschaftsspitzen Bestandteil des Herrschaftsapparates und des Staates  zur Optimierung des Ausbeutungssystems geworden.

Nachdem der Gewerkschaftsbeirat von verdi, nach internen anderslautenden Anträgen, sich für die Fortsetzung des gemeinsames Gesetzgebungsverfahren zur Einschränkung des Streikrechts mit dem Bundesverband der Arbeitgeberverbände  ausgesprochen hat, begründete Bzirske dies mit der Notwendigkeit der Erhaltung des “sozialen Friedens”.
“Sozialer Frieden” steht für uns als Synonym für ungestörten Ausbeutungsbetrieb!

Unbestreitbar stehen die Lohnabhängigen aus Deutschland im europäischen Vergleich am schlechtesten da. Ob Nettolohnentwicklung, Anstieg des Niedriglohnsektors oder dem Anteil am Volkseinkommen, dank steter Mithilfe der Gewerkschaftsführungen geht das bundesdeutsche Kapital seit 15 Jahren als erstes durchs Ziel. Der DGB und die Einzelgewerkschaften haben in den Verteilungskämpfen um Lohn und soziale Sicherungsstandards im Interesse des Standorts in der Konkurrenz der neoliberalen Globalisierung hervorragend funktioniert.

Die traditionelle Linke und große Teile der sozialen Bewegungen bekennt sich zum Prinzip der „Einheitsgewerkschaft„ und schließen dabei weitgehend die eigenständige Organisierung auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene aus. Damit ordnen sie sich faktisch der vorherrschenden Linie in den Gewerkschaften unter.

Das ritualisierte Bekenntnis zur Einheit (verbunden mit der Idealisierung gewerkschaftlicher Kämpfe in vergangenen Zeiten) verhindert weitgehende Kritik am Handeln der Gewerkschaftsapparate und führt zum fortgesetzten „einheitlichen„ Marsch in die nächste Niederlage. Damit wird auf eigenständige Kampfentwicklung verzichtet und sich dem tarif- und soziapolitischen Monopol der DGB Gewerkschaften untergeordnet.

Auch das zentrale und einige örtliche Bündnisse “Wir zahlen nicht für Eure Krise” beziehen  sich positiv auf die vermeintliche „Stärke“ des DGB. z.B. bei der Zusammensetzung der RednerInnenliste bei der Demonstration und Kundgebung in Stuttgart im Juni 2010.

Die Stärke der Protestbewegungen in einigen europäischen Ländern liegt aber gerade darin, dass sie sich auf, wenn auch zum Teil kleine, Gewerkschaften stützen kann, die sich nicht den Kapitalverwertungsbedingen und dem Staat unterordnen.

Daraus erschließt sich die Notwendigkeit, sich erstens nicht kritiklos und anbiedernd auf den DGB als Organisation  des Widerstandes zu orientieren und zweitens daran zu gehen, sich gewerkschaftliche Strukturen zu schaffen, die nicht der Standortlogik verpflichtet sind.

Ein  vierter Schwachpunkt der sozialen Kämpfe  könnten  Einfluss Rolle der Partei “Die Linke” sein. Große Teile der Partei sind linkssozialdemokratisch orientiert. Dies belegen die Ergebnisse der bisherigen Regierungsbeteiligungen in Schwerin, Berlin und Brandenburg. Auch im Westen scheinen sich verstärkt  sozialdemokratische Position durch zusetzen. Oder wie ist die reflexartige Zustimmung von CO-Parteichef Klaus Ernst zur DGB /BDA Initiative zur Einschränkung des Streikrechts, als auch die immer wieder wiederholte Position, die neuen Hartz IV Sätze mit dem Bundesverfassungsgericht kippen zu wollen, zu interpretieren?

Die Linke orientiert „bewegte“ Menschen darauf, den Widerstand auf die parlamentarische Ebene zu bringen. Die Erfolgsausichten sind aber nicht sehr groß. Viele Aktivitäten dienen vor allem  der Profilierung der Partei als parlamentarische Stellvertreterorganisation  und zur Wahlkampfpositionierung.

Die Linke hat mit ihrer Konstituierung im Westen, etliche bisher autonom agierende Teile der sozialen Bewegung eingebunden. Etliche Aktivisten bringen ihr Potential in den Parteiaufbau und die parlamentarische Arbeitein.
Dies schwächt Teile der sozialen Bewegungen.

Es müssen sich wieder mehr Menschen auf die außerparlamentarische Politik mit antikapitalistischer Stoßrichtung  konzentrieren.

Martin Behrsing und andere ziehen folgende  Schlussfolgerungen: ” Es kommt somit drauf an, in wie weit es den sozialen Bewegungen gelingen kann, exponierte Vertreter der bürgerlichen Mitte für das Anliegen der Deklassierten zu gewinnen, um die soziale Frage als das solidarisch verbindende Element weiter Teile unserer Gesellschaft in den Vordergrund zu rücken, ohne sich von der bürgerlichen Mitte vereinnahmen zu lassen”.

Die Erfahrungen des Herbstes zeigen aber: Bürgerliche Kreise sind sehr wohl in der Lage sich um ihre demokratischen und sozialen Anliegen zu bekümmern. Viel Erfolg damit. Allerdings besteht die Schwäche der sozialen Bewegungen, insbesondere der Erwerbslosen und der prekär Beschäftigten nicht im Mangel an wohlwollenden Paten, dozierenden Gelehrten mit der Intention, Armut und Ausgrenzung als Standortnachteil zu interpretieren, und die Herrschenden in deren vermeintlichem Interesse zur Änderung zu bewegen, sondern vor allem an eigener organisatorischer Stärke, Verankerung und Mobilisierungsfähigkeit. Es fehlt an Strukturen und örtlichen Netzen, die sich nicht auf Parlament, DGB und Wohlfahrtsverbände orientieren.

Stellvertretende Paten gibt es bereits genug, die in den Medien Fehler in der Regelsatzbemessung der CDU Ministerien erklären können oder spendable Nächstenliebe  als Kaschierung von Einkommensarmut einfordern.

Wenn bundesweit nur zwei FDP Büros, angesichts der sozialdarwinistischen Äußerungen von Westerwelle, Ziel von Besetzungen wurden, ist dies Ausdruck von Schwäche, die es zu beheben gilt.
Dabei sollte sich jedoch von der Illusion einer politisch superbreiten,., alle politischen Spektren diesseits von CDU und FDP umfassenden Erwerbslosen und Sozialbewegung befreit werden. Hartz IV, Niedriglohn und Zeitarbeit sind ein zentrales politisches Projekt von Staat und Kapital zur Profitmaximierung und Sicherung des Standorts. Aber auch der Normalbetrieb kapitalistischer Ausbeutung ist ein Skandal an sich.

Allein die Orientierung auf die Abschaffung des Normalbetriebs, des Lohnsystems an sich, schafft die Voraussetzungen einer dauerhaft politisch aktionsfähigen “sozialen Bewegung”. Davor liegen noch viele Hürden, etwa die fehlende Bereitschaft großer Teile der radikalen Linken,  “soziale Kämpfe” als zentrales Auseinandersetzungsfeld mit dem Lohnsystem zu begreifen oder aber das fetischartige Festhalten an einer “Einheitsgewerkschaft”

Leider ist nicht zu erwarten, in einem “heißen Herbst 2011″ alles besser machen zu können, vielmehr muss von einer längeren Aufbau- und Neuorientierungsphase ausgegangen werden, die nicht gleich unmittelbare Ergebnisse mit sich bringen wird.

Bremer Erwerbslosenverband Koordinierungskreis


VON: BREMER ERWERBSLOSENVERBAND


16.12.2010

Liebe Zielgruppe!

von admin in Allgemein
bring mal auf akl seite

— Redaktion Wildcat <redaktion@wildcat-www.de> schrieb am Di, 14.12.2010:


Von: Redaktion Wildcat <redaktion@wildcat-www.de>
Betreff: Wildcat-Newsletter Dezember
An: redaktion@wildcat-www.de
Datum: Dienstag, 14. Dezember, 2010 22:50 Uhr


Liebe Zielgruppe!

Am 5. Dezember frotzelte die FTD in ihrem Leitartikel:

**Sparen schafft Feinde**

Im Kampf gegen die Verschuldung der Euro-Länder müssen die Regierungen hart
sparen. Dabei treffen sie immer häufiger und heftiger auf einen Gegner, um
den sie sich bislang nicht übermäßig gekümmert haben: ihre Bevölkerung.

Die Iren haben deren Wut schon zu spüren bekommen. Die Regierung wird die
nächste Wahl nicht überstehen. … Auch in Spanien wird der Konflikt
handfester. Erstmals seit dem Ende der Franco-Diktatur ließ die Regierung
einen Streik mithilfe des Militärs beenden. Die protestierenden Fluglotsen
beklagten, sie seien mit vorgehaltener Waffe zur Rückkehr an den Arbeitsplatz
gezwungen worden. … Vor allem die Regierungen der schwächelnden
Staaten Irland, Portugal, Spanien und Griechenland müssen sich fragen, wie
weit sie gehen können, ohne einen massiven Konflikt mit der Bevölkerung zu
provozieren. Und hierzulande dürfte es nicht lange dauern, bis der
Rettungskurs offen infrage gestellt wird: Spätestens wenn das Volumen des
Rettungsschirms erhöht oder auch Portugal daruntergezogen wird, dürfte eine
Debatte über den Sinn der Aktionen ins Haus stehen – und möglicherweise über
den Sinn der Gemeinschaftswährung. … Konjunkturell steht der Sinn der
harten Sparkurse ohnehin infrage. Nun müssen die Verantwortlichen sich auch
um den gesellschaftlichen Frieden sorgen.

–Ende–

Heute hat eine schwache Regierung in Italien mit Stimmenkauf das
Misstrauensvotum im Parlament überstanden – aber das Misstrauensvotum der
Straße war sehr deutlich. In Lecce, Modena, Rom, Turin (5000
SchülerInnen auf der Straße), Cosenza, Palermo (Flughafen besetzt), usw.
usw… Hunderttausende waren auf der Straße gegen die Sparmaßnahmen der
Regierung.
Besonders gekracht hat es in Rom, wo Studis, Napolitaner (Müll!!) und
Erdbebenopfer (Aqulia) “in die Hände des Black Block gerieten” – so haben es
deutsche Medien gemeldet <g> – , Bullenwannen wurden abgefackelt usw.
Wir haben noch keine genauen Berichte. Augenzeugenberichte (auf Italienisch),
Fotos und Videos findet ihr hier
http://www.infoaut.org/

“London ruft – Rom antwortet” haben die GenossInnen ihren Artikel
überschrieben.

Auch die bürgerliche Presse berichtet natürlich, z.B. hier:
http://www.repubblica.it
(wo sofort wieder die Parallele zu 1977 bemüht wird; was in Italien immer die
Drohung mit dem Notstand bedeutet!)

Die heute von der spanischen Regierung beschlossene Verlängerung des
Ausnahmezustands bis zum 15. Januar 2011 halten wir vor diesem Hintergrund
für ein deutliches Signal. Damit soll auch über die Weihnachtsfeiertage ein
neuer Streik der Fluglotsen verhindert werden. Die meisten von Euch haben es
wohl schon gesehen, dass wir dazu einen kurzen Bericht auf unserer Website
gestellt haben:

http://www.wildcat-www.de/aktuell/a084_spanien_fluglotsen.htm

Die neue Wildcat mit dem Block zu Europa (Spanien, Frankreich, England,
Griechenland) solltet Ihr inzwischen in Händen haben. Schon beim Schreiben
der Artikel war uns klar, dass die Proteste jetzt erst richtig losgehen;
wenige Tage vor dem Druck schlugen die SchülerInnen in London das erste Mal
zu….  Wir werden Euch in den nächsten Wochen auf unserer Website auf dem
Laufenden halten (ein Artikel zu Frankreich ist bereits übersetzt und wird
demnächst online gestellt).

keep on rockin!
eure wildcats

P.S. Und bitte denkt dran:  wer “theoretische” Broschüren/Bücher wie die
Beilage in der aktuellen Wildcat in Zukunft haben will, muss eine Mail an
versand@wildcat-www.de mit »Theorieabo« schreiben!

* * * * *
Redaktion Wildcat
www.wildcat-www.de


01.12.2010

Linke Bildungsarbeit für rechte Genossen

von admin in Allgemein

Von Horst Bartels

Auf Grund der fürchterlichen, rassistischen Einschätzungen einiger rechten „Genossen“ (Ehemaliger Kreisvorsitzender Roosen) verweisen wir auf die neue Broschüre der eigenen Genossen aus der Partei „Die Linke“ und regen an eine breite inhaltliche Diskussion über Inhalte und Personen, die dem rechten Lager nahe stehen (auf allen Ebenen) zu führen. Es geht hier um die Glaubwürdigkeit, einer sogenannten linken Partei die ohne Diskussion und Konsequenzen rechtslastige Personen in ihren Reihen duldet. Dieses ist keine neue Entscheidung, sondern war schon stark in der Gründung der WASG zu beobachten. So sind manchmal Mitglieder selbst aus dem Bundesvorstand gleich in die NPD übergetreten. Wir fordern die Linke endlich auf diesen rechten Sumpf in ihren eigenen Reihen endlich trocken zu legen.

Die Broschüre stellen wir hier zum Download bereit.

Horst Bartels

sarrazin-broschuere1.pdf